Mit dem Zeppelin gegen Feinstaub im dtec.bw Projekt LUKAS
25 Juli 2025
Im Forschungsprojekt LUKAS entsteht ein mobiles Mess- und Warnsystem zur Erkennung von Schadstoffen in der Atmosphäre. Ziel ist es, luftgetragene Feinstäube und Aerosole in Echtzeit bis in den Ultraspurenbereich zu analysieren, ihre chemische Zusammensetzung zu bestimmen und mit einer kontinuierlich erweiterten Datenbank abzugleichen. Auf diese Weise soll Luftverschmutzung nicht nur erkannt, sondern auch besser verstanden und frühzeitig gemeldet werden.
Teil des Projekts ist ein speziell entwickelter Zeppelin, der Ende Juli 2025 erstmals über dem Campus der Universität der Bundeswehr München (UniBw M) zu Testflügen abhob. Das zwölf Meter lange Luftschiff wird künftig mit bis zu 15 Kilogramm hochmoderner Messtechnik ausgestattet und kann Schadstoffe in verschiedenen Höhen erfassen – bis zu 1500 Meter über dem Boden. Dabei sammelt es nicht nur Proben für die spätere Laboranalyse, sondern liefert auch direkt verwertbare Daten in Echtzeit.
Drohnen wirbeln durch ihre Rotoren zu viel Staub auf – präzise Feinstaubmessungen sind damit kaum möglich. Der Zeppelin hingegen fliegt nahezu störungsfrei durch die Luft, erklärt Projektleiter Prof. Thomas Adam, Professor für Umwelttechnik und Chemie. Das Luftschiff wird von kleinen Elektromotoren angetrieben, lässt sich per GPS automatisch steuern und bis zu zwei Stunden in der Luft halten. So können genaue 3D-Modelle der Luftverschmutzung in verschiedenen Schichten der Atmosphäre erstellt werden.
Ein weiterer Meilenstein steht im kommenden Frühjahr an: Dann reist das Forschungsteam nach Spitzbergen, um den sogenannten „Arctic Haze“ zu untersuchen – ein jährlich auftretendes Phänomen mit ungewöhnlich hoher Aerosolkonzentration in der Arktis. Ziel ist es, die Ursachen besser zu verstehen und langfristig Maßnahmen zur Reduzierung globaler Schadstoffe zu entwickeln.
Der Jungfernflug des Forschungszeppelin von Prof. Thomas Adam und seinem Team findet auf dem Campus der UniBw M statt (© Universität der Bundeswehr München/Siebold)
Ansprechperson:
André Dzionara
Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit dtec.bw
Tel.: +49 89 6004-4506
E-Mail: andre.dzionara@unibw.de
Titelbild: Der mit Helium gefüllte Zeppelin kann mit bis zu 15 Kilogramm Messtechnik ausgestattet werden und sogar Proben in der Luft entnehmen Zeppelin (© Universität der Bundeswehr München/Siebold)